EU veröffentlicht autonome Zollaussetzungen und -kontingente

28. Juni 2021: Der Rat hat heute mit der Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2021/1051 die Eröffnung und Verwaltung autonomer Zollkontingente der Union für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse und gewerbliche Waren für die Zeit ab 1. Juli 2021 festgelegt (Änderung der Grundverordnung (EU) 1388/2013). Ab dem gleichen Zeitpunkt gilt die ebenfalls heute veröffentlichte Verordnung (EU) 2021/1052 des Rates für die Aussetzung der autonomen Zollsätze des Gemeinsamen Zolltarifs für bestimmte landwirtschaftliche und gewerbliche Waren (Änderung der Grundverordnung (EU) 1387/2013). Die Anpassungen erfolgen turnusmäßig und sind auf eine Laufzeit von 6 Monaten ausgelegt.

Neue "Dual-use"-Verordnung veröffentlicht

11. Juni 2021: Die neue „Dual-use“-Verordnung ist im heute erschienenen EU-Amtsblatt L 206 als Verordnung (EU) 2021/821 des Parlaments und des Rates über eine Unionsregelung für die Kontrolle der Ausfuhr, der Vermittlung, der technischen Unterstützung der Durchfuhr und der Verbringung betreffend Güter mit doppeltem Verwendungszweck (Neufassung) veröffentlicht worden. Die Neuregelungen treten 90 Tage nach der Veröffentlichung – also am 9. September 2021 - in Kraft.

Vorläufig keine Carnets A.T.A. für Reisen nach Brasilien

8. Juni 2021: Die IHK-Organisation stellt seit gestern keine Carnets A.T.A. mehr für Brasilien aus, nachdem die Internationale Handelskammer in Paris (ICC) mitgeteilt hatte, dass das Mandat des bisherigen brasilianischen Zollbürgen zum 30. Juni 2021 ausläuft. Derzeit ist werder eine Verlängerung in Sicht, noch wurde ein neuer Zollbürge ernannt.

 

Das bedeutet für die Praxis:

  • Waren, die vor dem 30. Juni 2021 mit Carnets A.T.A. nach Brasilien verbracht wurden, werden nach Ansicht der ICC bei der Wiederausfuhr keine Probleme bereiten.
  • Für bereits ausgestellte Carnets, die jedoch erst nach dem 30. Juni 2021 für die vorübergehende Verwendung in Brasilien genutzt werden sollen, sind die Auswirkungen hingegen unklar. Die ICC empfiehlt, solche Carnets grundsätzlich nicht für eine Einfuhr in Brasilien zu verwenden, es sei denn, es konnte vorher eine individuelle Vereinbarung mit der brasilianischen Zollbehörde getroffen werden, durch die die Verwendung des Carnets A.T.A. für zulässig erklärt wird.
  • Bis zur Klärung des Sachverhalts stellen die deutschen IHKs keine Carnets A.T.A. mehr für das Reiseland Brasilien aus.
  • Aktuelle Informationen über die weitere Entwicklung sind bei allen deutschen IHKs erhältlich.

eCommerce: Neue Regelungen ab 1. Juli 2021

1. Juni 2021: Am 1. Juli 2021 wird die 2. Stufe des Mehrwertsteuer-Digitalpakets umgesetzt. Damit gehen weitreichende Änderungen bei Zoll und Steuern für Einfuhrsendungen mit geringem Wert (bis 150 Euro), den sogenannten „Low-Value-Consignments (LVC)“, einher. Ab dem 1. Juli 2021 wird dann in der EU auf alle einkommenden Sendungen die Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten sein. Es entfällt dann unter anderem die bisherige Einfuhrabgabenbefreiung für geringwertige Warensendungen von bis zu 22,00 EUR. Die neuen Regelungen betreffen insbesondere im eCommerce-Bereich. Es müssen dann nämlich für alle Einfuhren auch elektronische Zollanmeldungen vorgenommen werden. Für Sendungen, deren Wert 150,00 EUR nicht übersteigt, wird für die Einfuhranmeldung allerdings nur ein reduzierter Datenkranz benötigt. Unter anderem ist dann die Angabe der Warennummer nur in der 6-stelligen Ausprägung erforderlich, was der Codenummer nach dem Harmonisierten System entspricht. Die deutsche Zollverwaltung hat ausführliche Informationen dazu auf ihrer Internetseite zusammengestellt.

U.S.A. und EU wollen Zollstreit beilegen

31. Mai 2021: Die EU setzt mit der heute veröffentlichten Durchführungsverordnung (EU) 2021/868 die 2018 mit der Durchführungsverordnung (EU) 2018/886 in einer zweiten Stufe für die Einfuhr verschiedener U.S.-Ursprungserzeugnisse in die EU ab 1. Juni 2021 vorgesehenen zusätzlichen Wertzölle mit sofortiger Wirkung für sechs Monate, also bis zum 1. Dezember 2021, aus. Die DVO (EU) 2018/886 sieht die Erhebung zusätzlicher Wertzölle für Erzeugnisse mit U.S.-Ursprung in Höhe von 10 %bzw. 25 % vor, die dort im Anhang I aufgeführt sind. Sofern die U.S.A. die Anwendung ihrer Schutzmaßnahmen gegenüber EU-Produkten, die Auslöser für diese DVO war, nicht einstellen, sollten die im Anhang II der DVO gelisteten U.S.-Produkte dann ab dem 1. Juni 2021 mit zusätzlichen Wertzöllen in Höhe von 10 %, 25 %, 35 % bzw. 50 % beaufschlagt werden. Im Mai 2021 hatten die U.S.A. und die EU ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einer Streitschlichtung erklärt.

Aktualisierte Fassung des Merkblatts zu Zollanmeldungen

19. Mai 2021: Das Merkblatt zu Zollanmeldungen, summarischen Anmeldungen und Wiederausfuhranmeldungen der deutschen Zollverwaltung steht seit heute in einer gegenüber der Ausgabe von 2020 aktualisierten Fassung im Internet zur Verfügung und ersetzt diese ab sofort. Dieses Merkblatt enthält die in Deutschland für Zollanmeldungen, summarische Ein- und Ausgangsanmeldungen (einschließlich Umleitungsanträgen und Ankunftsmeldungen), Wiederausfuhrmitteilungen sowie Anmeldungen zur vorübergehenden Verwahrung erforderlichen Angaben und Erläuterungen. Für elektronische Anmeldungen gelten zusätzlich die Verfahrensanweisung ATLAS, die aufgrund von § 8a Zollverordnung (ZollV) für die Zollverwaltung (Benutzer) und die Beteiligten (Teilnehmer) verpflichtend ist, das Merkblatt für Teilnehmer sowie das EDI-Implementierungshandbuch.

Aktuelle Teilnahmevoraussetzungen für ATLAS

10. Mai 2021: Die deutsche Zollverwaltung hat heute einen Beitrag im Internet veröffentlicht, der ausführlich auf die Voraussetzungen für die Teilnahme am DV-System ATLAS eingeht. Insbesondere geht es um die Vorgehensweisen bei Release-Wechseln (aktuell ATLAS Release 9.0 nach 9.1 und AES von 2.4 nach 3.0) und dem mit der Einführung der AES-Release 3.0 einhergehenden Wegfall von Meldungen im Format EDIFACT.

EU und Jordanien künftig mit modernen Ursprungsregeln

10. Mai 2021: Das Regionale Übereinkommen über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln zielt darauf ab, die in den zwischen den Vertragsparteien des Übereinkommens abgeschlossenen bilateralen Freihandelsabkommen in einen multilateralen Rahmen mit einheitlichen Ursprungsregeln umzuwandeln. Nach dem heute veröffentlichten Beschluss Nr. 1/ 2021 des Assoziationsrates EU-Jordanien, haben sich die beiden Abkommenspartner darauf verständigt, ab dem 1. September 2021 im gegenseitigen Verhältnis die Ursprungsregeln des Regionale Übereinkommens anzuwenden.

Neue "Dual-use"-Verordnung kommt voraussichtlich Ende August

10. Mai 2021: Einer Pressemitteilung ist heute zu entnehmen, dass nun auch der Rat der Verordnung zur Modernisierung des EU-Systems für die Kontrolle der Ausfuhr, der Vermittlungstätigkeit, der technischen Hilfe, der Durchfuhr und der Verbringung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck (neue "Dual-use“-Verordnung) zugestimmt hat. Das EU-Parlament hatte der neuen „Dual-use“-Verordnung bereits am 25. März 2021 sein O.K. gegeben (siehe "Aktuelles" 2021_QI). Die neue Verordnung könnte noch im Mai im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden und würde dann 90 Tage später, also Ende August, in Kraft treten.

Handbuch zur IAA-Plus aktualisiert

7. Mai 2021: Die deutsche Zollverwaltung hat heute eine überarbeitete Fassung des Handbuchs zur Internet-Ausfuhr-Anmeldung-Plus (IAA Plus). Mit dieser Anwendung steht ein Portal zur Verfügung, das den Zugang zum IT-Verfahren ATLAS ermöglicht. Es bietet allen Wirtschaftsbeteiligten die unentgeltlich nutzbare Möglichkeit als Teilnehmer gegenüber der Zollverwaltung und deren IT-Verfahren ATLAS-Ausfuhr zu agieren und schnell, komfortabel und sicher alle ausfuhrrelevanten Sachverhalte über das Internet abzuwickeln. Bis auf möglicherweise notwendige Browseranpassungen ist die Installation zusätzlicher Software nicht notwendig und die Nutzer sind daher auch nicht Dienstleistungen eines IT-Unternehmens angewiesen.

TCA in der vom EU-Parlament ratifizierten Fassung veröffentlicht

30. April 2021: Heute ist nun auch die vom Europäischen Parlament ratifizierte Fassung des Handels- und Kooperationsabkommens (TCA) veröffentlicht worden, das seit Jahresbeginn die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland (UK) vorläufig geregelt hat (Amtsblatt der EU L 149 vom 30. April 2021). Diese zum 1. Mai 2021 in Kraft tretende Fassung, ersetzt die am 31. Dezember 2020 veröffentlichte vorläufige Fassung, die seit dem 1. Januar 2021 vorläufig angewendet wurde (Amtsblatt der Europäischen Union Nr. L 1 vom 1. Januar 2021).

AWV mit geänderten Regelungen zur Investitionsprüfung

30. April 2021: Mit der heute veröffentlichten17. Verordnung zur Änderung der Außenwirtschaftsverordnung hat die Bundesregierung die zu Investitionsprüfungen bereits bestehenden Regelungen noch einmal ausgeweitet. Dabei wurden viele der gegen den ersten Referentenentwurf vorgebrachten Bedenken der Wirtschaft berücksichtigt - unter anderem durch eine genauere Beschreibung der Fallgruppen und eine gegenüber der ersten Entwurfsfassung höheren Prüfeintrittsschwelle (jetzt 20 % statt ursprünglich geplanter 10 %). Die Neuregelungen, die am 1. Mai 2021 in Kraft treten, werden durch den ebenfalls heute veröffentlichten Runderlass Außenwirtschaft Nr. 2/2021 erläutert.

Handbuch zum EZT-Online aktualisiert

30. April 2021: Die deutsche Zollverwaltung hat eine überarbeitete Fassung des Benutzerhandbuchs zum Elektronischen Zolltarif Online (EZT) mit Stand Mai 2021 veröffentlicht. Unternehmen, die regelmäßig mit der Auskunftsanwendung EZT-Online arbeiten, erhalten durch das Benutzerhandbuch äußerst hilfreiche Hinweise zur Benutzung dieser komplexen Anwendung und auch dazu, welche wichtigen Texte über EZT-Online verfügbar sind – z. B. auf das Umschlüsselungsverzeichnis oder auf die Güterliste (Anhang I zur Dual-use-Verordnung).

EU-Parlament ratifiziert das Handelsabkommen (TCA) mit UK

28. April 2021: Das EU-Parlament hat in seiner heutigen Sitzung den Ergebnissen der im Rahmen des Brexit mit dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland (UK) geführten Verhandlungen sowie auch dem Abschluss des Handels- und Kooperationsabkommens (TCA) mit UK zugestimmt. Das TCA, das mit 660 der 697 Stimmen angenommen wurde, konnte aufgrund der noch nicht erfolgten Ratifizierung zunächst nur vorläufig mit einer Fristsetzung bis zum Ablauf des 30. April 2021 angewendet werden.

EU-Kommission startet Konsultationen zum Unionszollkodex

26. April 2021: Die EU-Kommission hat heute eine öffentliche Konsultation zur „Umsetzung des Zollkodexes der Union“, dem wichtigste Rechtsrahmen der EU für Zollangelegenheiten, eingeleitet. Durch die 2016 erfolgte Einführung des Unionszollkodex (UZK) sollten zollrechtliche Vorschriften und Verfahren vereinfacht und ein weitgehend papierloses Arbeitsumfeld geschaffen werden. Mit der jetzt gestarteten Konsultation will die Kommission Erkenntnisse dazu gewinnen, ob die aktuellen Zollvorschriften und elektronischen Zollsysteme die erwarteten Ziele erreicht haben und auch, ob der UZK auch in Krisenzeiten wie aktuell COVID-19 flexibel genug ist und ob er auch den Herausforderungen neuerer Geschäftsmodelle wie dem elektronischen Handel auf angemessene Weise entspricht. Die Konsultation läuft bis 19. Juli 2021 und ermöglicht es auch Unternehmen, Einzelpersonen, Zollbehörden, Hochschulen und andere Interessensträger, die den UZK in einem oder mehreren Mitgliedstaaten anwenden, sich daran zu beteiligen.

Übersicht zu den Handelsabkommen der EU

26. April 2021: Die Europäische Union ist einer der aktivsten handelspolitischen Akteure weltweit. Gegenwärtig befinden sich 46 Handelsabkommen in Anwendung, die von der EU mit insgesamt 78 Staaten abgeschlossen wurden. Wie die IHK Köln mitteilt, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dazu jetzt eine Übersicht veröffentlicht, die den aktuellen Sachstand auch im Hinblick auf noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen und die Gespräche über die Modernisierung bestehender Abkommen abbildet.

EU verlängert die gegen Iran verhängten Sanktionen

13. April 2021: Die Einträge im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 359/2011, die die Personen und Einrichtungen benennt, gegen die sich aufgrund der Lage in der Islamischen Republik restriktive Maßnahmen der EU richten, ist durch die heute erfolgte Veröffentlichung der Durchführungsverordnung (EU) 2021/587 in Bezug auf 34 Personen und eine Einrichtung aktualisiert worden; eine verstorbene Person wurde aus dem Anhang gestrichen. Gleichzeitig wurde die Gültigkeit der Sanktionen um ein Jahr bis zum 13. April 2022 verlängert.

EU erweitert Iran-Sanktionen

12. April 2021: Mit der heute erfolgten Veröffentlichung der Durchführungsverordnung (EU) 2021/584 hat der Rat der EU seine aufgrund der Lage in der Islamischen Republik Iran verhängten restriktiven Maßnahmen um 8 Personen und drei Einrichtungen erweitert. Hintergrund ist die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt durch die iranischen Sicherheitskräfte, die im Zuge der staatlichen Reaktion auf die Demonstrationen vom November 2019 zu einer hohen Zahl von Toten und Verletzten geführt hatte. Die Umsetzung erfolgt durch eine Ergänzung des Anhangs der Verordnung (EU) Nr. 359/2011 des Rates.

Usbekistan erhält jetzt APS+-Vergünstigungen

9. April 2021: Durch die heute im Amtsblatt der EU veröffentlichte Delegierte Verordnung (EU) 2021/576 hat die Kommission eine Änderung des Anhangs III der Verordnung (EU) Nr. 978/2012 vorgenommen, der diejenigen Staaten benennt, die in den Genuss der APS+-Regelung im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems kommen. Da die Republik Usbekistan die in Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 978/2012 festgelegten Qualifikationskriterien erfüllt, werden die APS+-Regelungen nun ab 10. April 2021 auch für die zentralasiatische Republik angewendet.

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